lovely readers

13. Dezember 2013

Untouchable

(anhören)

Vor allem in der Weihnachtszeit wird man häufig gefragt was man sich denn so wünscht. Viele zählen dann ihre materiellen Wünsche auf. Auch ich antworte auf diese Frage oft mit: Handy, Uhr, Schminke, CD's, usw. Aber tief in unsrem Inneren, wünschen wir uns eigentlich alle nur eins - Glücklich sein. Nur wieso fällt uns glücklich sein so schwer? Wir können noch so reich sein wie wir wollen, denn auch wer alles hat, oder alles haben könnte, ist nicht unbedingt glücklicher. So bringen uns all die schönen Geschenke zwar meistens viel Freude, aber wie lang hält genau diese Freude an? Ich denke, auch ich kann mit meinen 15 Jahren da schon aus Erfahrung sprechen, wenn ich behaupte, dass die Freude an materiellen Dingen doch meist sehr kurzweilig ist. Aber wie verschenkt man "Glücklich sein"
Zum einen erschwert es die Sache, dass viele Menschen Glück anders definieren. So ist es bei den einen vielleicht wirklich Geld oder Macht, bei anderen wiederum Liebe und Geborgenheit. Und grade solche Sachen wie Liebe, Geborgenheit und Freundschaft, die kostenlos zur Verfügung stehen, sind mit Sicherheit für viele von uns das Schönste auf der ganzen Welt, und doch so schwer zu bekommen. Trotz allem fügen wir selbst anderen immer wieder Leid zu, stoßen sie von uns, obwohl sie uns nur mit Liebe begegnen wollen. Wir sind durch unseren Alltag, die Schule, die Arbeit, so gestresst, dass wir das wirklich Schöne und Wahre im Leben kaum noch wahrnehmen können. Wir meckern, beleidigen und schimpfen. Und das meist auf Kosten anderer. Das Schlimmste daran ist, dass wir so geblendet sind von unseren eigenen Sorgen, dass wir die Verletzungen die wir anderen zufügen, oft gar nicht merken. 
Auch mein momentan größter Wunsch ist eben nicht das Handy, die Uhr oder teure Schminke, wie ich nach außen hin preisgebe, sondern einfach nur Liebe. Liebe von der Person, die mir alles bedeutet und mir so unendlich viel im Leben gegeben hat. Ich denke viele von euch werden verstehen, wie traurig einen eine Trennung zu dieser einen besonderen Person macht. Und auch wenn ich sagen kann, dass ich eigentlich wirklich ein schönes Leben habe und meine Eltern mir viel ermöglichen, fühlt sich das im Moment einfach alles nicht richtig an. Alles zieht einfach nur an einem vorbei. Da könnten gleich 200 Iphone's unterm Weihnachtsbaum liegen, auch das würde an der Situation nichts ändern. Ich könnte mir noch so oft einreden, dass mich das alles gar nicht mitnimmt. Es würde nichts ändern.
Nach außen hin versuche ich oft so taff wie nur möglich zu sein, unterdrücke so gut wie jede Träne. Doch wie sieht es im Inneren eines Menschen aus? Ich würde nicht behaupten das ich die Einzige bin, die Schmerz und Trauer lieber für sich behält. Es gibt bestimmt viele unter euch, die ihre Trauer nicht gern bemerkbar machen. Ich kann einfach nicht gut mit Schmerz, Traurigkeit und Enttäuschung umgehen. Anstatt den Leuten meine wirklichen Gefühle zu zeigen, schweige ich lieber oder lache sogar. So stellt niemand fragen und man muss sich mit diesem Schmerz nicht auseinander setzen. Man drückt einfach alles herunter, versucht es zu vergessen. Aber manche Dinge kann man nicht vergessen. Sie fressen sich immer tiefer in dein Herz, deine Seele, bis du irgendwann an nichts Anderes mehr denken kannst. Du explodierst sprichwörtlich. Und dann prasseln die Worte oft nur so aus dir heraus. Indem Moment sind auch dir die Gefühle anderer Menschen egal. Man will endlich wenigstens auch nur einmal verstanden werden, einmal zu Wort kommen, einmal sein Inneres nach außen verlegen. Doch was ist, wenn die Person deinen Schmerz dann nicht versteht? Wenn sie dir eben nicht genau das sagt, was du in dem Moment so gern hören würdest. Wenn alles kaputt geht. 
Ich selbst habe noch keine wirkliche Antwort darauf gefunden. Fest steht, das deine Welt in dem Moment still steht und alles Schwarz wird. Dir wird plötzlich so vieles egal, man will nur noch wieder bei dieser Person sein. Man bereut, dass man seine Gefühle offenbart hat und schwört sich, dies nicht so schnell wieder zu tun. Wir leben in einer Welt, wo uns so oft gesagt wird, dass es besser ist seine Gefühle zu zeigen und doch werden wir immer wieder daran erinnert, wie weh eben genau das tut. Weil sich so viele Menschen einfach keine Zeit mehr für die Probleme anderer nehmen. Aber ehrlich gesagt, was soll man ihnen schon vorwerfen. Sie haben es oft schließlich selbst mit einer Menge Probleme zu tun. 
Letzten Endes bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich hoffe, das nicht alles kaputt geht, wo es doch grade erst begonnen hat. Denn schließlich sollte Weihnachten das schönste aller Feste sein. Das Fest der Liebe.



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